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Was ist COLOURLOCK Pol Star? Ein pH-neutrales Reinigerkonzentrat von Koch-Chemie und COLOURLOCK für Textil, Alcantara und oberflächengefärbte Glattleder, dosiert 1:5 bis 1:20. Nicht geeignet für Aniline und offenporige Rauleder wie Nubuk oder Wildleder.
COLOURLOCK Pol Star ist ein Reinigerkonzentrat von Koch-Chemie und COLOURLOCK für Interieur-Verschmutzungen auf drei Materialgruppen: Polsterstoffe, Alcantara und pigmentierte Glattleder. Seit Koch-Chemie 2025 den Lederspezialisten COLOURLOCK übernommen hat, wandert der klassische Pol Star mit unveränderter Rezeptur unter das neue Label.
Gleiche Chemie, anderer Markenauftritt: Die Leder-Kompetenz kommt jetzt aus dem Produktnamen, die Herstellung bleibt bei Koch-Chemie in Unna. Wer den alten Pol Star Po kannte, kauft hier dieselbe Formulierung — nur eben als wirtschaftlicheres Konzentrat statt gebrauchsfertig. Das 1-Liter-Gebinde ergibt bei 1:10-Dosierung rund 11 Liter Reinigerlösung, was den Stückpreis pro Anwendung unter jeden vergleichbaren fertigmischten Interieurreiniger bringt.

Praxistipp von Detailing1: Der häufigste Fehler ist zu hohe Konzentration. Viele starten bei 1:5 — dabei hinterlässt die stärkere Lösung Tensidränder, die beim Trocknen als helle Ringe sichtbar werden. Starte immer bei 1:10 und erhöhe nur auf 1:5, wenn die Verschmutzung nach dem ersten Durchgang bleibt. Auf Leder bleibst du grundsätzlich bei 1:20. Destilliertes Wasser verwenden — Leitungswasser bringt Kalkränder mit, besonders ärgerlich auf dunklem Alcantara.
Pol Star wird je nach Material und Verschmutzung unterschiedlich dosiert. 1:10 ist der Allround-Wert für Polster und Alcantara bei normaler Verschmutzung — eine 500-ml-Sprühflasche nimmt dann 45 ml Konzentrat und 455 ml destilliertes Wasser auf. Vor der Reinigung grob absaugen, damit loser Schmutz nicht in die Lösung gerät und Schlieren zieht.
Bei festsitzenden Flecken auf Teppich oder Fußraum gehst du auf 1:5. Für Leder bleibst du dagegen bei 1:20, weil die Deckschicht auf höhere Tensidkonzentrationen mit Glanzverlust reagieren kann. Der Conserver in der Formulierung schützt bestehende Imprägnierungen, ersetzt aber keine Versiegelung nach der Reinigung — wer eine Fabric-Imprägnierung wieder aufbauen will, trägt sie nach vollständiger Trocknung separat auf. Die Einwirkzeit liegt bei 30 bis 60 Sekunden; länger bringt keinen zusätzlichen Reinigungseffekt, weil die Tensidwirkung nach dieser Zeit ihr Plateau erreicht.
Aufgetragen wird mit einem feinzerstäubenden Sprühkopf, nicht mit dem Tuch direkt. Die feinporigen Schaumlamellen brauchen Luft, um in die Faser zu arbeiten — zu viel Flüssigkeit übersättigt das Gewebe und verlängert die Trocknung auf bis zu 12 Stunden. Zum Aufnehmen eignet sich ein kurzfloriges Mikrofasertuch oder ein Nass-Trocken-Sauger bei großflächigen Polsterreinigungen. Auf Alcantara arbeitest du in Faserrichtung — nie kreisförmig, sonst verfilzt die Oberfläche optisch und wirkt matter als vorher.
Nach der Reinigung gründlich mit klarem Wasser nachwischen oder absaugen, damit keine Tensidreste zurückbleiben. Reste würden als Staubmagnet wirken und die Oberfläche schneller neu verschmutzen lassen. Bei Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad arbeiten — in der Sonne oder bei Hitze trocknet das Konzentrat zu schnell an und hinterlässt Ränder.

Pol Star ist für pigmentierte, oberflächengefärbte Glattleder freigegeben — das sind die meisten modernen Automobilleder ab Baujahr 2000. Die Deckschicht isoliert das Reinigungsmittel vom Kollagen, sodass die Tenside den Schmutz lösen ohne ins Material einzudringen.
Auf offenporigen Ledern verhält sich das anders. Aniline, Semi-Aniline und Nubuk haben keine schützende Pigmentschicht — das Konzentrat zieht direkt in die Faser und kann Flecken oder Ausfärbungen verursachen. Für diese Materialien ist der spezielle Aniline & Nubuck Cleaner aus derselben COLOURLOCK-Serie die richtige Wahl, formuliert für genau diesen Anwendungsfall. Auch Wildleder und Velours gehören in diese Kategorie und brauchen einen trockenen oder enzymatischen Reinigungsansatz statt einer Tensidlösung.
Vor jedem Einsatz auf Leder prüfst du die Farbechtheit an einer verdeckten Stelle: Wattestäbchen mit 1:20-Lösung befeuchten, 30 Sekunden auf die Testfläche legen, auf Farbabgabe prüfen. Wenn sich das Stäbchen verfärbt, ist das Leder nicht für Pol Star geeignet. Das ist kein Aufwand, den der Hersteller in den Vordergrund stellt — aber er verhindert teure Fehler, weil verfärbtes Leder in den meisten Fällen nur noch durch eine Neufärbung zu retten ist. Für stark verschmutzte pigmentierte Leder mit eingearbeitetem Hautfett empfiehlt sich stattdessen der COLOURLOCK Leather Cleaner Strong. Wenn du regelmäßig alle Materialien im Interieur reinigst, nimm Pol Star. Wenn du gezielt verschmutzte Leder aufbereitest, greif zum Spezialreiniger.

Pol Star passt dort, wo regelmäßig Interieur gereinigt wird und ein Konzentrat wirtschaftlicher ist als gebrauchsfertige Sprühflaschen. Aufbereitungsbetriebe arbeiten mit dem 1-Liter-Gebinde und füllen in eigene Sprühflaschen ab, private Anwender starten mit der 100-ml- oder 250-ml-Variante für ein bis zwei Fahrzeuge pro Jahr. Die 1-Liter-Flasche reicht bei 1:10-Dosierung für rund 20 komplette Fahrzeuginnenreinigungen.
Nicht die richtige Wahl ist Pol Star, wenn du ausschließlich Leder pflegst — dafür gibt es in der COLOURLOCK-Serie den spezialisierten Leather Cleaner in den Stufen Mild und Strong, abgestimmt auf Verschmutzungsgrad und Lederart. Ebenfalls an seine Grenzen stößt das Konzentrat bei eingetrockneten Flecken älter als eine Woche oder bei organischen Verschmutzungen wie Milch, Blut oder Erbrochenem — hier wirken Enzymreiniger zuverlässiger, weil sie die Proteinbindungen aufspalten statt sie nur zu lösen.
Zum Workflow: Als Konzentrat brauchst du einen passenden Sprühkopf mit feiner Zerstäubung. Das Sprühkopf- und Flaschen-Set von Koch-Chemie ist darauf ausgelegt — der Canyon CHS-3AN gibt einen gleichmäßigen Nebel ab, der die feinporige Schaumbildung unterstützt statt die Oberfläche zu fluten. Einmal eingerichtet, ist eine komplette Fahrzeuginnenreinigung mit 40 bis 60 ml Konzentrat abgedeckt — das ist der praktische Unterschied zwischen Konzentrat und Gebrauchslösung. Wer das Konzentrat im Aufbereitungsalltag nutzt, setzt zusätzlich auf den Einsatz eines Nass-Trocken-Saugers nach der Reinigung, um die Restfeuchtigkeit gezielt zu entfernen und Rücktrocknungsränder zu vermeiden.

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